PPP-Hifi-Endstufe
mit KT 88 - Röhren
Erschienen in Ausgabe 365, Mai 2001

Mit Röhren bestückte HiFi-Endstufen erfreuen sich wegen ihres angenehmen Klangs ungebrochener Beliebtheit. Der oft als zu kalt, steril und synthetisch empfundene Klang von CDs kann durch den Einsatz einer Röhrenendstufe eliminiert werden. Das hier vorgestellte Endstufenkonzept ist in PPP-Technik aufgebaut. PPP steht für Parallel-Push-Pull. Push Pull bedeutet, dass die Endstufe in Gegentaktschaltung aufgebaut ist. Für positive und negative Halbwellen wird je eine Endröhre eingesetzt. Bei Parallel Push Pull sind die Endröhren wechselstrommäßig parallel geschaltet. Der Nachteil ist, dass pro Röhrenpaar die Leistungsausbeute geringer ist als im klassischen Gegentakt-AB-Betrieb. Ansonsten hat man mit dem PPP-Prinzip nur Vorteile. Diese Endstufenschaltung wurde Anfang der fünfziger Jahre erfunden und vorzugsweise in Studios eingesetzt. Geringer Klirrfaktor, guter Klang und breiter Frequenzgang waren in diesem Anwendungsbereich wichtiger als hohe Leistungsausbeute. Bis zum Siegeszug der Halbleitertechnik hat sich die PPP-Schaltung aufgrund der geringeren Leistungsausbeute und des höheren Preises nicht sehr weit durchgesetzt. Mit heutigen Mitteln kann man jedoch bei vertretbarem Aufwand exzellente HiFi-PPP-Endstufen aufbauen.
Update: Die Bildunterschrift zu Bild 4 sollte lauten: Die typische Transistorendstufe ähnelt im Prinzipschaltbild der PPP-Endstufe in Bild 3. Der Schaltplan Bild 5 zeigt die Bestückung für EL34, die Typenangabe bei Rö3 und Rö4 muss daher EL34 sein. Das ist auch der Grund, warum der Trafo 50-V-Wicklungen für die Gittervorspannung hat (bei KT88 sind es 65-V-Wicklungen). Die Diode neben C11 muss mit D5 bezeichnet werden. C6 sollte mit einem Sternchen versehen sein (Bestückung nur bei Bedarf). In beiden Stücklisten muss C10 einen Wert von 22 m /100 V haben (wie im Schaltplan angegeben). Die im Text erwähnten Drahtbrücken für die Schaltung des Eingangsübertragers (1:1 oder 1:2 Übersetzungsverhältnis) sind im Schaltplan und auf der Platine nicht eingezeichnet. Der Übertrager ist im Bestückungsplan zu groß eingezeichnet, so dass er die für die Drahtbrücken vorgesehenen Anschlusspunkte (Lötnägel) B-2, A-2, B-1, A-1 etwas verdeckt. Es sind folgende Verbindungen zwischen diesen Punkten vorzunehmen:
Übersetzungsverhältnis Drahtbrücken -------------------------------------------------------------- 1:1 B2-A2 und B1-A1 1:2 A2-B1
Bei Anschluss einer Cinch-Buchse kann die Ansteuerung auch ohne Übertrager erfolgen, die Cinch-Buchse wird direkt mit Masse und C1 (Signalleitung) verbunden. Die Stückliste "Stereo-Netzteil" auf S. 25 gehört zur Platine "Stereo-Netzteil" - diese Platine ist aber im Heft versehentlich nicht abgedruckt worden. Schaltplan, Bestückungsplan und Layout sind (demnächst) bei den Downloads zur Röhrenendstufe auf dem Elektor-Site zu finden. Wenn Sie keine Download-Möglichkeit haben, senden wir auf Anfrage eine Fotokopie. Im Verdrahtungsplan Bild 6 ist im Kästchen "Power" eine symbolische LED eingezeichnet. Diese "LED" besteht in Wirklichkeit aus drei in Reihe geschalteten Bauteilen: 470-W -Widerstand, Diode 1N4007 und LED. Die Ruheströme der Endröhren betragen 35 mA bei EL34 und 65 mA bei KT88. Der Stand-by-Schalter reduziert den Ruhestrom auf ungefähr 20 % des Betriebswertes, indem parallel zu R17 und R18 je ein Widerstand von 1k5 geschaltet wird. Die Verdrahtung erfolgt wie folgt: Die LED im Kästchen "STAND BY" hat einen Vorwiderstand von 1k5 und ist so gepolt, dass die Anode an der Leitung liegt, die zum Knotenpunkt R18/C14/P2 auf der Platine führt. Die LED mit 1k5-Vorwiderstand liegt dann bei geschlossenem Kontakt des Stand-by-Schalters parallel zu R18 und leuchtet. In die Verbindung zwischen R17 und dem (zweiten) Kontakt des Schalters STAND BY ist ein Widerstand von 1k5 aufzunehmen, der dann bei geschlossenem Kontakt parallel zu R17 liegt. Bei der Stereoendstufe auf dem Foto wurde der Standby-Schalter nur aus optischen Gründen (Gehäusedesign) weggelassen. Für die Verdrahtung verwendet der Autor folgende Drahtstärken (Querschnittangaben in Quadratmillimeter): 1,5 für die Heizung, 0,75 für die Netzspannung, 0,5 für die Hochspannung und 0,25 für die Gittervorspannung und LEDs.
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Hinweis: Aufgrund der raschen Veränderungen auf dem Markt für elektronische Bauteile kann Elektor die Erhältlichkeit der für dieses Projekt verwendeten Komponenten nicht garantieren.
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