Drei Grundlagenforscher erhalten den diesjährigen Chemie-Nobelpreis: Richard Heck von der University of Delaware (Newark, USA), Ei-ichi Negishi von der Purdue University (West Lafayette, USA) und Akira Suzuki von der Hokkaido University (Sapporo, Japan). Ihnen ist es gelungen, die Herstellung von Kohlenstoffverbindungen, die nur in der Natur vorkommen, erheblich zu vereinfachen. Die von ihnen entwickelten chemischen Reaktionen, die gerade auch den Zugang zu neuen, nichtnatürlichen Kohlenstoffverbindungen erst ermöglichen, tragen den jeweiligen Namen ihres Erfinders: die Heck-Reaktion, die Negishi-Kupplung und die Suzuki-Kupplung.
Die damit möglichen maßgeschneiderten Reaktionen ermöglichen einen einfachen Zugang zum Aufbau verschiedenster Kohlenstoffgerüste, welche die Grundlage vieler für moderne Anwendungen relevanter chemischer Verbindungen darstellt. Die Verknüpfung von Kohlenstoffatomen erfolgt bei den Reaktionen unter Verwendung von Palladium-basierten Hilfsstoffen, die als Katalysator wirken. Bis heute wird an der Weiterentwicklung Palladium-basierter Reaktionen gearbeitet.
Die Erforschung aller drei Reaktionen liegt schon mehr als 30 Jahre zurück. Anders als beim diesjährigen Nobelpreis für Physik wurden also keine aktuellen Entwicklungen ausgezeichnet. Die geringere Aktualität wird beim Nobelpreis für Chemie aber durch die Relevanz der Arbeiten der prämierten Forscher mit Sicherheit ausgeglichen. Die drei grundlegenden Verfahren spielen nämlich sowohl bei der Herstellung von Medikamenten als auch zunehmend in der Elektronik-Industrie eine entscheidende Rolle. In der Elektronik sind nicht nur Werkstoffe wie leitfähige Kunststoffe, sondern vor allem auch die organische Optoelektronik betroffen. Insofern spielt die von den Preisträgern geschaffene Technik auch in den Bereichen organischer LEDs (OLEDs) und organischer Solarzellen sowie bei der so genannten gedruckten Elektronik eine Rolle.
Die Forscher verzichteten damals auf die Patentierung Ihrer Forschungsergebnisse, obwohl sie sich für eine großtechnische Anwendung eignen. Ihr Verzicht auf die aus heutiger Sicht enormen möglichen Lizenzeinnahmen zugunsten der Menschheit verdient besondere Erwähnung und Respekt.
Bilder von links nach rechts: Richard Heck, Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki.