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Neue Mobilfunk-Technologie soll Unfälle vermeiden

Mehr Sicherheit für Fußgänger im Straßenverkehr

Erscheinungsdatum: 25 August 2010

Neue Mobilfunk-Technologie soll Unfälle vermeiden

Eine von Wissenschaftlern der Universität Kassel entwickelte neue Mobilfunk-Technologie soll dazu beitragen, Unfälle mit Fußgängern im Straßenverkehr zu vermeiden. Dazu werden Positions-, Kontext- und Profildaten des Fußgängers über das mitgeführte Mobiltelefon an andere Verkehrsteilnehmer übertragen.

 

Die Idee des so genannten intelligenten Kontextfilters haben sich Prof. Dr.-Ing. Klaus David und Alexander Flach vom Fachbereich Informatik/Elektrotechnik jetzt patentieren lassen. Mit Daten über Position, Bewegungsgeschwindigkeit und -richtung des Fußgängers ermittelt der Kontextfilter gefährdete Personen im Umkreis von z. B. 70 Metern. Er kann mit wenigen Berechnungen zuverlässig einschätzen, ob eine Kollision naht. „Dadurch können Autofahrer und Fußgänger schnell gewarnt werden", sagt Flach. Dies könne über das Navigationssystem im Auto geschehen und über einen Alarmton des Fußgänger-Mobiltelefons. Denkbar sei ferner, eine automatische Bremsfunktion im Fahrzeug zu installieren.

 

Bisherige automobile Systeme mit Videosensoren, Radarsensoren und Licht- oder Wärmebildkameras haben den Nachteil, dass meist ein direkter, uneingeschränkter „Blickkontakt" notwendig ist. Fußgänger, die zum Beispiel zwischen parkenden Autos hindurch auf die Straße treten, können nicht rechtzeitig erkannt werden.

Dieses Problem soll beim neuen System durch die Nutzung der Kontext- und Profildaten gelöst werden, die eine Unterscheidung zwischen relevanten und nicht relevanten Fällen ermöglichen könnten. Diese Daten beinhalten zum Beispiel Informationen über das Alter und den Ermüdungszustand, der wiederum durch Einrechnung der individuelle Bewegungs- und Reaktionsdynamik des Fußgängers ermittelt werden könnte.

 

Im Mobiltelefon integrierte Bewegungs- und Beschleunigungssensoren messen die Bewegungs- und Reaktionsdynamik des Fußgängers. Diese liefern 20 bis 50 Messwerte pro Sekunde und nehmen so Änderungen im Bewegungsverlauf blitzschnell wahr. Übermittelt werden die Sensordaten per W-LAN oder UMTS. Bei der Übertragung individueller und persönlicher Daten stellt sich allerdings die Frage, inwieweit der Datenschutz das zulässt.

 

Weitere Informationen:

 

www.comtec.eecs.uni-kassel.de




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